Infos zu den Ölbohrungen vor den Kanaren

Hintergrundwissen zu den Ölbohrungen vor den Kanaren

Warum sind die Kanaren gegen die Erdölsuche durch REPSOL?


 

Im Folgenden finden Sie Hintergrundinformationen zu den geplanten Ölbohrungen vor den Kanaren.

Die Informationen wurden vom Cabildo auf Lanzarote bereit gestellt und werden hier - so weit möglich - wortgetreu wieder gegeben.

Dezember 2001  -  Antrag für Ölsuche

In einem Ministerrat der Regierung Aznar wird Repsol die Anfangsgenehmigung zur Erdölsuche nahe der kanarischen Inseln Lanzarote und Fuerteventura auf einer Fläche von 616.060 Hektar erteilt.
(REAL DECRETO 1462/2001, de 21 dic.)

Entfernungen zwischen den kanarischen Inseln und den Erdölsuchgebieten
 

 

Isla
Min
km
Máx
km
 
Gran Canaria
158
312
 
Fuerteventura
9
160

 
Isla de Lobos
22
136

 
Lanzarote
18
100

 
La Graciosa
31
133

 
Montaña Clara
38
135

 
Roque del Este
20
138

 
Roque del Oeste
38
137

 
Alegranza
39
148

 
 
Lanzarote_Kein_Oel

Quelle:GAAFCAN  -  Gobierno de Canarias
 

2002  -  Lanzarote erhebt Einspruch

Lanzarote erhebt Einspruch gegen diese königliche Anordnung vor dem höchsten spanischen Gericht.

2004  -  Lanzarote erreicht die Anulierung

Das höchste spanische Gericht anuliert die königliche Anordnung und stoppt alle Operationen von Repsol auf den Kanaren wegen Mängel im Umweltschutzbereich des Antrags.

2008  -  Neuer Versuch von Repsol

Repsol versucht mit einem geändertem Umweltbericht eine neue königliche Anordnung zu erreichen, um die Erdölsuche wieder aufzunehmen, aber die Antwort der Regierung zu dieser Zeit ist:
"die Erdölsuche wird nicht ohne die Anhöhrung der Bevölkerung und der Regierung der Kanaren genehmigt"

November 2011  -  pp gewinnt die Wahl

Die konservative PP gewinnt die landesweiten Wahlen und José Manuel Soria wird zum Minister für Energie, Industrie und Tourismus ernannt.

Dezember 2011  -  Start neues Genehmigungsverfahren Repsol

Einen Monat später wird Fernando Martí Scharfhausen, früher hoher Manager bei Repsol, zum Energiestaatssekertär ernannt. Umgehend wird das Genehmigungsverfahren der Erdölsuche vor den kanarischen Inseln durch Repsol wieder aufgenommen.

Februar 2012  -  Einspruch der Inselregierungen gegen Ölbohrungen

Das kanarische Parlament und die Regionalregierung, die Inselregierungen von Lanzarote und Fuerteventura mit allen ihren Gemeinden, sowie andere kanarische Verwaltungen und dutzende von kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Vereinen und Umweltorganisationen aus ganz Spanien verlangen von der Regierung, dass die Erdölsuche nicht genehmigt wird.

16 März 2012  -  März Repsol beginnt mit den Vorbereitungen für Probebohrungen

Ungeachtet der Petitionen verabschiedet die spanische Regierung eine neue königliche Anordnung (Real Decreto 547/2012) und Repsol beginnt mit den Vorbereitungen, um die kanarischen Meeresböden auf der Suche nach fossilen Brennstoffen anzubohren.

24 März 2012  -  Demonstration gegen Ölbohrungen vor den Kanaren

Zehntausende Personen gehen auf die Strasse und protestieren auf allen kanarischen Inseln, sowie in Barcelona, Madrid, London und anderen spanischen und europäischen Städten gegen Ölbohrungen vor den Kanaren.

NO a las PETROLERAS  -  SI A LAS REENOVABLES
 

Lanazrote_No-Las_Petroleras

 
Viele namhafte Organisationen beteiligen sich an der Demonstration.
 

Lanazrote_Marrique_gegen_Oe


Bei der Abschlussveranstaltung der Demonstrationen werden die am meisten betroffenen Inseln nämlich Lanzarote und Fuerteventura in einer Liveschaltung zusammen geschaltet.

Lanazrote_Demonstration_2012
 

2012  -  Die kanarische Bevölkerung bezieht Stellung gegen die Ölbohrungen

Die kanarische Bevölkerung bezieht Stellung, um vereint gegen die Erdölsuche vorzugehen. Das Risiko ist zu hoch und die Stimme eines großen Teils des kanarischen Volkes ist nicht gehört worden.
 
Der Widerstand formiert sich, um unsere Ökosysteme und damit unsere Gegenwart und unsere Zukunft, zu schützen.

Repsol  -  einige Informationen und Fragen

Repsol ist keine spanische Gesellschaft
Mehr als 65% des Kapitals dieses Ölmultis ist in ausländischer Hand.
2003 verkauft Repsol 50% des kanarischen Geschäftes an 2 Erdölfirmen: 20% an die deutsche RWE und 30% an die australische WOODSIDE.
 
Es ergeben sich folgende Fragen:
 
Welchen Preis haben diese Verkäufe eingebracht?
Welchen Gewinn hat Repsol mit den Verkäufen gemacht?
Wie viele Steuern hat der Ölmulti für dieses Geschäft bezahlt?
Was haben die Kanaren davon erhalten?
 
Diese Fragen wurden niemals beantwortet.
Wenn es aber Einnahmen gegeben hat, wüssten wir davon. Das Geschäft wurde bereits vor 11 Jahren gemacht.

Darum die Frage:
 
Ist der Gewinn in Steueroasen versickert??

Repsol und die PP versichern,
dass es grosse Gewinne für die Kanaren und für Spanien geben wird.

1.- Wirtschaftlich:

Verein der Gesellschaften zur Erforschung, Förderung und Produktion von Erdöl ACIEP (gleich Repsol):
Der Wert des Erdöls vor den Küsten Lanzarotes und Fuerteventuras übersteigt 157.500 Millonen Euro (Canarias 7, 15 de marzo de 2013)
 
Gleichzeitig jedoch schreibt Repsol in einem Bericht (Documento inicial, Seite 7, Absatz 2.5) vom Februar 2013, an das spanische Umweltministerium folgendes:
Die strategische Begründung des Projektes der Erdölsuchbohrungen liegt in dem Bedarf nach genaueren und eindeutigeren Daten, um sicher zu gehen ob:
 
1.- Es überhaupt fossile Brennstoffe in diesem Gebiet gibt.
2.- Und wenn ja, ob ihre Förderung in diesem Gebiet überhaupt wirtschaftlich ist.
 

Gibt es durch die Ölbohrungen wirtschaftliche Gewinne für die Kanaren?

Aussage von Soria: "Der Erdölfund wäre die Rettung der Kanaren" (ABC, La Provincia, 5. August 2012)

Frage an die spanische Regierung im Abgeordnetenhaus in Bezug auf die Gewinne für die Kanaren aus der Erdölförderung (Izquierda Unida, 6 Mai 2013)

Antwort: Die Fördergesellschaft bezahlt für das geförderte Öl an den spanischen Staat keine Steuern, versteuert wird nur das Öl, welches in Spanien nach der Verarbeitung verkauf wird.

In Tarragona, wo Repsol seit 40 Jahren Öl aus dem Mittelmeer fördert gibt es in der Provinz mehr als 29.000 Familien, deren Mitglieder alle ohne Arbeit sind. Ist das der zukünftige Gewinn für die Kanaren?
 
Quelle: Direktion der Tageszeitung Diari de Tarragona für Oficina de Acción Global, Lanzarote

 

2.- Arbeitsmarkt: Gibt es durch Ölbohrungen neue Arbeitsplätze auf den Kanaren?

Antonio Brufau, Präsident von Repsol: verspricht 52.000 Stellen (La Provincia, 7 März 2012)
Anmerkung: Repsol hat nur 25.000 Beschäftigte weltweit (www.repsol.es)

Javier Moro, Spercher von Repsol: nennt eine Zahl zwischen 3.500 und 5.000 Stellen (La Provincia, 19. April 2012)

Und die spanische Regierung im September 2013 antwortet nicht auf die Frage nach Arbeitsplätzen.
Keine Antwort (siehe Dokument IU schriftliche Antwort September 2013)

Die kanarischen Inseln werden jedes Jahr von mehr als 10 Millionen Touristen besucht, welche mehr als 300.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze schaffen.
 
Mehr als 95% der Arbeitsplätze die Repsol schafft, sind sehr spezialisiert und an die Ölplattformen gebunden.

MAROKKO

marokko

1.- Antonio Brufau, Präsident von Repsol hat erklärt, das es sich um unterschiedliche geologische Gesteinsformationen handelt und das eine Förderung auf marokkanischer Seite keinen Einfluss auf die spanische Zone hat.
Die Anmerkung von Soria, das man zuerst Öl fördern muss, da sonst der Nachbar alles abzieht, ist schlicht falsch.

2.- Wie auch im Fall des einst geplanten Baues eines Atomkraftwerkes in Tan Tan (1999), sollte Spanien von Marokko fordern, keine Risikoprojekte im Umfeld der Kanaren zu realisieren und in jedem Fall die gültigen EU Normen wie ein Mitgliedstaat einhalten.

3.- Marokko hat keine Genehmigung zur Erdölsuche in Tiefseegewässern nahe der Grenzlinie zu den Kanaren erteilt. (Aussage des marokkanischen Tourismusministers Lahcen Haddad im November 2013 auf Teneriffa)

4.- Wie auch immer, wir werden keine Zeitbombe bei uns dulden, bloß weil unser Nachbar beschlossen hat mit einer solchen zu hantieren.

Dann noch die Info: Marokko bohrt seit über 40 Jahren an seinen Küsten, um Gas zu fördern und nicht Erdöl.

Erdbeben - Kanaren - eine zusätliche Gefahrenquelle

Mehr als 6.000 Beben in 10 Jahren. In der Zone der geplanten Perforationen in der Größenordnung von bis zu 4,5° auf der Richterskala. Am 11 Juni 2013, 3,7° , früh morgens mit dem Epizentrum innerhalb einer Perforationszone.

Kanaren Erdbeben

Quelle: Data SIO NOAA US Navy NGA GEBCO Rechte bei Cnes Spot Image

Risiken und Auswirkungen von Ölbohrungen

Es kommt immer wieder zu Ölkatastrophen.
 
20 April 2010: Die hochmoderne Ölförderplattform DEEPWATER HORIZON von British Petroleum, explodiert vor Mexiko, dabei werden 11 Arbeiter getötet. Die Ölplattform sinkt auf 1500 Meter Tiefe und verursacht die zweitgrößte Ölkatastrophe der Geschichte. Dabei werden 30.000 qkm mit 800.000 Tonnen Rohöl verseucht.
 
Das sind 4 x die Fläche aller Kanarischen Inseln zusammen.

Entfernung von Bohrungen - Katastrophen zur Küste

Die Befürworter des Erdölprojektes von Repsol vor den Kanaren verteidigen das Projekt mit dem Argument die Entfernung sei ja 60 km zur Küste

Folgende größeren Ölunfälle gab es:

Beispiel 1:
Die Ölförderplattform Deepwater Horizon (Golfo México 2010) war mehr als 200 km von der amerikanischen Küste entfernt, hat aber mehr als 1000 km Küste in vier Staaten der USA verseucht.

Beispiel 2:
Der Öltanker Exxon Valdez (Alaska 1989) hat mehr als 2000 km Küstenlinie mit Erdöl verseucht.

Beispiel 3:
Der Öltanker Prestige (Galicia, 2002) ist 250 km vor der galizischen Küste gesunken und das ausgelaufenen ÖL hat sich auf mehr als 2000 km Küstenlinie von Nordportugal bis Südfrankreich ausgebreitet.

Was sind 60, 70 oder 100 km im Falle dieser Art von Katastrophen?

Repsol hat die Genehmigung in einer Entfernung von 9,7 km zu Fuerteventuras Küste und 18 km vor der Küste Lanzarotes nach Erdöl zu suchen.
 
Warum hat die Regierung einem Erdölkonzern das erlaubt?

Eine mögliche Ölpest betrifft alle Inseln der Kanaren (Universität Las Palmas de Gran Canaria)
 

Lanzarote_Oelpest

 

 

Lanzarot_Blowout

Quelle fehlt noch

Weitere Auswirkungen einer Ölverschmutzung
 

Lanzarote_Fische

Negative Auswirkung auf die Fischerrei

Negative Auswirkung auf die Meeressäuger - Wale und Delphine

Negative Auswirkung auf die Vogelwelt

Auswirkungen auf den Tourismus

 
 

Lanzarote_Touristen

 

Internationale Tourismusorganisationen sprechen sich gegen das Projekt von Repsol aus

Die nationalen Tourismus und Reisebüroorganisationen aus Deutschland, Estonia, Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark und Großbritannien, welche zusammen 80% der mehr als 10 Millionen Touristen entsenden, welche die Kanaren jährlich besuchen, haben der spanischen Regierung gegenüber schriftlich ihre Sorge über die möglichen negativen Auswirkungen der Erdölsuche vor den Inseln, zum Ausdruck gebracht.

Auswirkung aufs lebensnotwendigeTrinkwasser

Lanzarote-Trinkwasser


 
100% des Trinkwassers Lanzarotes und Fuerteventuras kommt aus dem Meer.

 
Eine Ölpest an den Küsten bedroht die Trinkwasserversorgung der Inseln.

ES GIBT KEINE ALTERNATIVEN zum Stop der Ölbohrungen

Immer wieder werden Vergleiche mit anderen Ländern wie Norwegen, Brasilien, Alaska, Galizien, Mexiko, Venezuela und Argentinien gezogen, wo die Erdölförderung mit dem Tourismus angeblich vereinbar ist.
 
Diese Vergleiche stimmen nicht.
 
Die Länder verfügen über andere wirtschaftliche Aktivitäten wie Waldwirtschaft, Viehzucht, Landwirtschaft, Flüsse und Regenfälle, die sie vom Meerwasser als Trinkwassergrundlage unabhängig machen.
 
Auch diese Länder werden permanent von Ölunfällen heimgesucht.
 

Darum die wichtigen Fragen:
 
Was passiert bei einerm Ölunfall vor den Kanaren?
 
Ist Trinkwassergewinnung noch möglich ?
Kommt noch ein Besucher auf die Inseln?
 
Wie überleben die Einwohner von Lanzarote und Fuerteventura?

Die nächsten wichtigen Termine:

Ohne Datum, aber sehr bald:
 
Das Umweltministerium veröffentlicht die Umweltverträglichkeitsprüfung (DIA)
Wenn sie positiv ist, kann Repsol mit den Probebohrungen beginnen.
Die DIA ist nicht gerichtlich anfechtbar, wohl aber die Genehmigung des Industrieministeriums.

 

1. April 2014
 
Das oberste spanische Gericht entscheidet über 7 Einsprüche gegen die Genehmigung der Probebohrungen.

Schlussfolgerung 1
 

Die Auswirkungen einer Ölpest vor den Kanaren hätten entsetzliche Auswirkungen auf unsere Gegenwart und Zukunft.
 
Die Kanaren setzen auf ein Entwicklungsmodell, das die Natur schützt und pflegt und welches dadurch Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt jährlich anzieht.
 

Lanazrote_Wasser

Wir wollen nicht wissen, ob unter dem Meeresboden hier fossile Brennstoffe existieren und ob man diese fördern kann.
 
Wir wollen, dass man unser Entwicklungsmodell respektiert.
 
Wir wollen keine Gefahr aufgezwungen bekommen, die nur 3 Ölmultis Gewinne bringt.

Schlussfolgerung 2

Die Expertengruppe verschiedener Regierungen gegen den Klimawechsel hat ausgesagt, das ein Temperaturanstieg von 3°C vernichtende und irreversibel Folgen für unseren Planeten hätten. Die Temperatur hat sich heute schon um 0,8°C erhöht und wenn wir nur ein Drittel der heute bekannten Erdölvorräte verbrennen, wird sie das vorgegebene Limit übersteigen.
 

Lanzaote_windraeder

Es führt kein Weg daran vorbei den Übergang in alternative Energien einzuleiten und keine weiteren fossilen Brennstoffe mehr zu fördern und zu verbrennen.
 
Lanzarote erhebt Einspruch gegen diese königliche Anordnung vor dem höchsten spanischen Gericht.

Danke für Ihre Unterstützung beim Kampf für den Erhalt des sauberen Meeres vor den Kanaren

Gerhild Marx

Lanzarote_Kein_Oel_Kind

Wichtig Information!
Der Protest gegen die Ölbohrungen vor den Kanaren war erfolgreich.

Es ist nur zu einer Probebohrung gekommen. Alle weiteren Bohraktivitäten sind eingestellt. Offiziell endet die Bohrerlaubnis für Respol zwar erst im August 2017. Es ist aber nicht zu erwarten, dass es noch zu Bohrungen kommt.

Eldiario berichtet am 4.2.2017: Der Oberste Gerichtshof (Tribunal Supremo (TS)) bekräftigt, dass die Rechte von Repsol in Kanarischen Inseln gelöscht sind, obwohl das Unternehmen nicht verzichtet hat. Zum Zeitungsbericht

Die auf meiner Seite zu lesenden Informationen gelten weiterhin, auch wenn man nicht mehr auf alle Quellen zugreifen kann. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich die nicht funktionierenden Links nicht entfernt habe. Besonders auch die Seite www.savecanarias.com, auf der die Unterschriften gesammelt wurden, ist nicht mehr erreichbar.